Chronik
Chronik der
Freiwilligen Feuerwehr Heppenheim - Mitte
Am 1. Januar 1881 wurde die Gründung der Freiwillige Feuerwehr Heppenheim von nachstehenden Personen mit Erfolg in die Wege geleitet:

(Franz Anton Klein)
Baumeister - Franz Anton Klein
Zimmermeister - Mathias Bub II.
Kreisamtsgehilfe - Wilhelm Kaiser
Gastwirt - Heinrich Adam Lemb
Maurermeister - Georg Nack II.
Die Verhandlungen zogen sich indessen etwas in die Länge, so dass erst am 3. Mai 1882, unter dem Vorsitz des Großherzoglichen Beigeordneten Löslein, die Wahl des Vorstandes vorgenommen wurde.
Gewählt wurden:
Zum Branddirektor Franz Anton Klein
Zu Brandmeistern Georg Nack II. u. Mathias Bub II.
Zum Adjudanten, Zahlmeister
u. Schriftführer Wilhelm Kaiser
Zu Zeugmeistern Heinrich Distel u. Gottlieb Dieser
Zum Wundarzt Adam Weckel
(Gründer der Feuerwehr am 25jährigen Stiftungsfest 1907)
Bereits am 5. Mai 1882 wurden von sämtlichen Mitgliedern des neu gewählten Vorstandes auf dem Rathaus die Statuten unterzeichnet und am 2. Dez. desselben Jahres der Beitritt zum Verband der Hess. Feuerwehren beschlossen.
Im Jahr 1884 wurde ein Spielmannszug unter der Leitung von Tambourmajor Andreas Lorenz ins Leben gerufen.
(Spielmannszug um die Jahrhundertwende)
Später folgte noch die Gründung einer Blaskappelle unter der Leitung von Musikmeister Müller, die sich aber 1930 wieder auflöste.
Im Jahre 1897 wurde der FF Heppenheim die Ausrichtung des XVII. Verbandstages der freiwilligen Feuerwehren Hessens übertragen.
Der Besitzstand an Ausrüstungsgegenständen war zu dieser Zeit folgender:
3 vierrädrige Druckspritzen,
1 Saug- und Druckspritze,
2 zweirädrige Spritzen,
1 Schlauchwagen,
1 Wagen für Feuereimer,

2 Wagen für Leitern,
1 mechanische Schiebleiter,
5 Standrohre etc.
Außerdem standen der Wehr durch die im Jahre 1885 erfolgte Anlage einer städtischen Wasserversorgung 43 Hydranten zur Verfügung.
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Ihr 40 jähriges Jubiläum mit Einweihung der Ehrentafel für die Gefallenen des 1. Weltkrieges 1914-1918 begann die Wehr im Jahr 1922.
Am 12. u. 13. Mai 1928 wurde unter der Führung des Kommandanten Joseph Apfel und seines Stellvertreters Alois Saul sen. der XIX. Feuerwehrtag der Provinz Starkenburg durchgeführt.
(Festzug im Rahmen des XIX. Feuerwehrtag 1928)

(Vorstand der Feuerwehr 1928)
Die Wehr zählte damals 93 aktive Wehrmänner, 18 Spielleute und eine 13 Mann starke Blaskapelle.
Die Feuerwehr verfügte schon zu dieser Zeit über eine im Jahre 1926 angeschaffte Magirus Motorspritze und galt als bestausgerüstete Wehr im weiten Umkreis.
Neben dieser Spritze konnte die Feuerwehr Heppenheim auf folgende Gerätschaften zurückgreifen:
1 zweirädrige Magirus Motorspritze mit 800 l Wasserleistung pro Min.
1 fahrbare Saug- und Druckspritze
4 fahrbare Druckspritzen
1 Schlauchwagen
3 Wagen für Leitern
1 fahrbare mechanische Leiter
1 Rettungsschlauch
1 Rauchschutzapparat
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Ihr 50 jähriges Bestehen feierte die Wehr im kleinen Rahmen am 3. März 1932 im Gasthaus zum „Goldenen Anker“.
Im Jahr 1933, der Machtergreifung Hitlers, wollte man die Feuerwehren dem Militär gleichstellen, wovon aber doch wieder Abstand genommen wurde.
In der Zeit von 1933-1945 war die Wehr in Feuerschutzpolizei umbenannt.

(Inspektionsübung 1935)
1937 wurde Willi Platter vom Kreisamt zum Kommandant (Führer) für die Feuerwehr bestimmt.

(Brand der Synagoge 1938)
Über eine Beschaffungsaktion des Landes Hessen wurde der Feuerschutzpolizei ein Löschfahrzeug (LF 8/TSA) zur Verfügung gestellt, das bis ins Jahr 1975 seine Dienste geleistet hat.
1937 wurde eine Altersabteilung gegründet, da ein neues Gesetz das Ausscheiden aus der Wehr mit dem Erreichen des 60. Lebensjahres vorschrieb.
Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges begann man die Feuerwehr wieder neu zu ordnen.
Bis auf die Magirus Saug- und Druckspritze, wurden alle alten Spritzen verschrottet. Die Feuerwehrmitglieder durften jetzt auch wieder ihren Kommandanten selbst wählen.

( F a m. Saul, Teil der Feuerwehrgeschichte, in drei Generationen)
So wurde am 2. September 1945 Franz Saul zum Kommandanten gewählt, der auf Grund einer Krankheit 1949 freiwillig zurückgetreten ist.
Unter seiner Führung wurde die Wehr modernisiert.
Sie erhielt einen Renault Mannschaftswagen und eine neue Tragkraftspritze.
Die Gerätschaften wurden zu dieser Zeit im Untergeschoss des Marstallgebäudes des Kurmainzer Amtshofes untergebracht.
Da die Räumlichkeiten den Anforderungen mit der Zeit nicht mehr gerecht wurden, erstellte die Wehr 1951 in Eigenhilfe ein eingeschossiges und beheizbares Gerätehaus zwischen dem Marstall und dem Hauptgebäude.

(um 1950, Teile des Amtshof dienten als Feuerwehrhaus)
Schon 1955 war das Gerätehaus im Amtshof wieder zu klein und es erfolgte der Umzug in das ehemalige Elektrizitätswerk an der Liebigstraße, daß zu einem großzügigen Gerätehaus umgebaut wurde.
Die Übergabe an die Wehr unter ihrem Kommandanten Adam Frank, erfolgte im Rahmen des vom 6.-8. Mai 1955 in Heppenheim ausgerichteten Bundesdelegiertentages des Deutschen Feuerwehrverbandes.
Mit diesem neuen Gebäude war die Heppenheimer Wehr richtungsweisend im Kreis und der ganzen Region.
Im Jahr 1956 wurde auf Initiative des damaligen Bürgermeisters Wilhelm Metzendorf, ein Fanfarenzug gegründet, der dem Kommando der Feuerwehr als Musikabteilung unterstellt wurde.

(1957, erster Ausmarsch des Fanfarenzugs)
1964 begannen erfolgreiche Versuche, Jugendliche als Nachwuchs für den Spielmannszug zu gewinnen. Aus diesen Bemühungen konnte ein Jugendspielmannszug gegründet werden. Aus dem Jugendspielmannszug entwickelte sich die Jugendfeuerwehr, welche 1966 im Rahmen der Jahreshauptversammlung offiziell bestätigt wurde. Erster Jugendausbilder war Karl Müller.

(Jugendfeuerwehr 1966, Karl Müller nebst Gründungsmitglieder)
1969 wurde die erste vollautomatische Drehleiter mit Rettungskorb DL 30 angeschafft.

Der zunehmenden Industrialisierung mit ihren vielseitigen Gefahrenpotentialen trug das Land Hessen 1970 mit einem neuen Brandschutzgesetz Rechnung. Jeder Landkreis erhielt einen Feuerwehrhauptstützpunkt und mehrere Stützpunkte, die alle entsprechend ausgerüstet wurden.
Auf einem 5.447qm großen Gelände an der Dieselstraße, entstand ein moderner Hauptstützpunkt, der 1971 an die Wehr mit ihrem Kommandanten Ernst Kohl übergeben wurde.
Zum Fuhrpark der FF Heppenheim zählten im Jahr 1971:
2 Tanklöschfahrzeuge
2 Löschfahrzeuge (mit Vorbaupumpe und TS)
1 Kommando-Wagen mit Rettungsgeräten
1 Mannschaftswagen
1 Drehleiter DL30
1 Flutlichtfahrzeug
1 Trockenlöschanhänger 250 kg
Mit in den neuen Hauptstützpunkt eingezogen, ist auch die Ortsvereinigung des Roten Kreuzes mit zwei Fahrzeugen.
Der Einsatz des Rettungsdienstes im gesamten Landkreis, wurde vom Roten Kreuz über die Funkzentrale im neu gebauten Hauptstützpunkt koordiniert.
Die Errichtung und Inbetriebnahme des Hauptstützpunktes und des damit erweiterten Aufgabengebietes hatten zur Folge, dass die Wehr durchschnittlich 200 mal im Jahr zu Klein-, Großbränden und technischen Hilfeleistungen gerufen wurde.
Mit der Wahl von Karl Müller zum Stadtbrandinspektor vollzog sich 1972 ein Generationswechsel.
Am 23. Mai 1975 konnte der 2. Bauabschnitt des Katastrophenschutz-Zentrums seiner Bestimmung übergeben werden.
Er beinhaltete neben Katastrophenschutzeinrichtungen, der DRK-Verwaltung, dem Unfall-Rettungsdienst und der Funkleitstelle Bergstraße, auch acht Wohnungen vorzugsweise für Mitglieder der Feuerwehr, des Roten Kreuzes und des Technischen Hilfswerks.
Im Jahr 1980 erfolgte der Spatenstich zum dritten und letzten Bauabschnitt, für eine neue Unterkunft des Technischen Hilfswerks.
Die Gerätschaften der FF Heppenheim um 1980
1 Einsatzleitfahrzeug ELW
1 Tanklöschfahrzeug TLF 8
1 Tanklöschfahrzeug TLF 16
1 Großtanklöschfahrzeug GTLF 6
1 Rüstwagen RW 2
1 Schlauchwagen SW 2
1 Drehleiter DL 30
1 Flutlichtfahrzeug FLF 9
2 Löschfahrzeuge LF 8
1 Löschfahrzeug LF 16
4 Transportfahrzeuge MTF
1 Anhängeleiter AL 18
2 Rettungsscheren
In der Zeit von 1980 bis Heute, wurden unter den Kommandanten Hans Flath, Klaus Ehrentreich und Manfred Müller zahlreiche bauliche Veränderungen am Hauptstützpunkt vorgenommen.
So z.B. der Umbau des kleinen und großen Unterrichtsraumes, der Umbau der Sanitären Anlagen, die Beschaffung und der Einbau der kleinen und großen Küche, die Einrichtung eines Wehrführerbüros, der Umbau der Funkzentrale, der Einbau neuer Rolltore, die Dachsanierung der Fahrzeughalle usw.
Der Fuhrpark des Hauptstützpunktes wurde dabei stetig erweitert und verbessert. Im Jahr 2000 wurde erstmalig ein Wechsellader-Trägerfahrzeug für Feuerwehrcontainer beschafft. Der Containerbestand wächst seitdem stetig.

Im Jahr 2004 wurde der Feuerwehr im Rahmen des Heppenheimer Hessentags für das in die Jahre gekommene GTLF6 ein neues
TLF 24/50 übergeben. Das GTLF6 wurde der eigenen Oldtimer-Gruppe übergeben.
Im November 2004 startete die Online-Präsenz der Freiwilligen Feuerwehr Heppenheim-Mitte mit der Domain:
Auch die ersten auf Kreisebene angebotenen Lehrgänge (Funk/Maschinistenlehrgänge) der Hess. Landesfeuerwehrschule in Kassel, wurden im Hauptstützpunkt abgehalten.
Noch heute finden zweimal jährlich Grundlehrgänge in Heppenheim statt.

(Alle Abteilungen der Feuerwehr Heppenheim -Mitte- im Jahr 2000 vor dem Dom St. Peter)
Im Jahr 2005 erfolgte die Fertigstellung einer gebraucht angeschafften und in Eigenleistung aufgestellten Fahrzeugunterstellhalle in Leichtbauweise, die vom Verein und der Stadt finanziert wurde.
Im Jahr 2006 feierte die Feuerwehr ihr 125jähriges Bestehen. Im gleichen Jahr wurde ein zweites Wechsellader-Trägerfahrzzeug sowie ein Gefahrgut-Container beschafft.
Der Spielmannszug der Freiwilligen Feuerwehr Heppenheim-Mitte feiert im Jahr 2009 sein 125jähriges Jubiläum. Im gleichen Jahr vollzog sich die Sanierung des Schlauchturms, und als frühes "Weihnachtsgeschenk für die Bürger der Stadt Heppenheim" wurde am 23.12.2009 ein Löschgruppenfahrzeug vom Typ LF 30-30 übergeben.
2010 wurde der Stützpunkt, durch das Konjunkturpaket zur nötigen Renovierung gekommen, zur fast einjährigen Baustelle.
Um 2011 im neunen Glanze, nach Aufstockung zu erstrahlen.
Auszug der größten Brände und Katastrophen seit der Gründung.
1887 Großbrand in 5 Wohngebäuden am Kleinen Markt, 12 Hofreiten in der Friedrichstraße und 4 Wohnhäusern in der Lehrstraße / Friedrichstraße.
1892 Brand von 2 Häusern auf dem Großen Markt
1916 Brand in der Tugers-Mühle
1943-45 Brandeinsätze durch Bombenabwürfe in Frankfurt, Darmstadt, Mannheim und Heppenheim.
1948 Brand im Tonwerk
1955 Weschnitz Hochwasser
1958 Rathausbrand1969 Großbrand des Gutshofs Lehmann
1974 Großbrand in der Maschinenfabrik Hofmann
1975 Waldbrände in Niedersachsen
1976 Waldbrände im Ried
1980 Krippenbrand im „Dom der Bergstraße“ St. Peter
1985 Brand im ehm. Wesac-Gebäude
Die Kommandanten der FF Heppenheim
1882-1888 ……………..Franz Anton Klein
1888-1902 ……………..Heinrich Metzendorf
1902-1922 ……………..Jakob Maier
1922-1937 ……………..Josef Apfel
1937-1945 ……………..Willi Platter
1945-1949 ……………..Franz Saul
1949-1956 ……………..Adam Frank
1956-1963 ……………..Jakob Heß
1963-1972 ……………..Ernst Kohl
1972-1983 ……………..Karl Müller
1983-1988 ……………..Hans Flath
1988-1997…………….Klaus Ehrentreich
1997-2005 …………...... Manfred Müller
2006-2011……………..Andreas Goss
seit März 2011 Johannes Siebenborn
- Technische Hilfeleistung Verkehrsunfall (23.05.12)
- Eis essen (24.05.12)
- Streckenbegehung (25.05.12)
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